HISTORY

Das erste Dokument, in dem Schweden in Estland erwähnt wurden, ist das Stadtgesetz von Haapsalu von 1295.

1560
Genauere und detailliertere Dokumentationen über die Region und ihre Bevölkerung sind erst verfügbar aus den 1560er Jahren, als die Landschaft der Vikinger in dem siebenjährigen nordischen Krieges zwischen 1563-1570 von den Schweden erobert wurde.

1600
Der schwedische Adelige Jacob De la Gardie kaufte ein Herrenhaus in der Grafschaft Haapsalu, wo 1620 Rickul/Nuckö liegt. Beschwerden an den schwedischen König 1685 führten zu dem Beschkluss des Nationalen Rates, dass die Bauern in Nuckö, Ormsö und den umliegenden Inseln ”freie Menschen, gleichgesetzt den Pächtern in Schweden” seien.

1700
Im großen nordischen Krieg von 1700-1721 wurde Estland nach dem erfolgreichen Feldzug der Söhne Karls XII im Osten 1710 von Russland erobert. Estland wurde ein Generalgovernment mit weitläufiger Autonomie. Deutsch ist zu dem Zeitpunkt Landessprache.

1800
Der Bauernvertrag von 1816 befreite die estnischen Bauern von Leibeigentschaft und sprach ihnen einige Rechte zu, die sich nicht auf die Schweden bezogen. Der Bauernvertrag von 1856 gab ihnen außerdem das Recht, ihre Höfe von den Ländereien freizukaufen. Ende 1880 begann die Russische Regierung mit der sogenannten ”Russifizierung”.

1900
WWI
Während des ersten Weltkrieges waren russische Truppen in Rickul / Nucköområdet stationiert. In Derhamn in Roslept bauten sie eine große Festung mit drei schweren Kanonen. Die russische Revolution wirkte sich allerdings auch auf die in dieser Region stationierten Truppen aus: Der Baron von Rickul, Gustav Traube, wurde im Dezember 1917 von Soldaten der Garnison in Derhamn ermordet. Am 24. Februar 1918 erklärte Estland seine Unabhängigkeit, gefolgt von einem 2-jährigen Unabhängigkeitskrieg gegen Angreifer aus Russland und Deutschland. Die junge estnische Armee war, gemeinsam mit der Hilfe von Freiweilligen aus Finnland, schlussendlich erfolgreich und zwang die zwei größenmäßig überlegenen Angreifer zum Rückzug. Das Friedensabkommen von Tartu wurde am 2. Februar 1920 zwischen Estland und der russischen Föderation unterschrieben. Die estnische Verfassung von 1920 garantierte den estnischen Schweden das Recht, schwedische Schulen zu führen.

WWII
Am 16. Juni 1940 fiel die Sovjet Union in Estland ein, annektierte es am 6. August und benannte es um in die ”Estnische Sovjetische Sozialistische Republik”. Die russische Invasion veränderte Bereiche des täglichen Lebens drastisch: Einwohner von Odensholm wurden zwangsweise umgesiedelt, junge Männer wurden in die Rote Armee eingezogen u.s.w. Nachdem der Krieg zwischen Deutschland und der Sovjetunion ausgebrochen war, kamen deutsche Truppen im Herbst 1941 in die Region. Einige Wochen lang gab es Artilleriebeschuss zwischen dem sovjetischen Stützpunkt in Odensholm und der deutschen Artillerie in den nördlichen Dörfern in Rickul. Schließlich verließen die sovjetischen Truppen die estnische Region im frühen Dezember 1941 und die Einwohner Odenholms konnten zu ihren Inseln zurückkehren. 1943/44 verließ die Deutschen das Kriegsglück, die Sovjets rückten vor und die meisten Schweden flohen nach Schweden zurück. Während der russischen Besatzung von 1944 bis 1991 war die Gegend ein militärisches Grenzgebiet, welches nur mit einer Sondergenehmigung passiert werden durfte.

Mehr Informationen finden sie auf:

www.denandrastranden.com                                                                                                                        www.rnhf.se
www.visitestonia.com/de
 www.noavv.ee